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#9 Daniela Singhal

Sängerin, Poetin, Coach

Soul Sister Interview von September 2017

1. Wer bist du und warum bist du hier?

Oh wow, dieses Interview beginnt gleich mit einer der drängendsten Fragen der Menschheit. Eine Frage, die wohl die Suche vieler, wenn nicht aller Menschen vorantreibt. „Wer bin ich eigentlich? Und was ist meine Aufgabe hier?“ Für manche Menschen scheint die Antwort auf diese Frage ganz klar zu sein: Mein Name ist XY, ich arbeite in dem und dem Beruf, habe zwei Kinder und in meiner Freizeit mache ich gerne dies und das. Ja, das bin ich. Ich wollte immer schon mehr wissen. Ich glaube ich bin hier, um die Frage auf diese Antwort zu finden. Und ausgehend von dieser Antwort zu agieren. Mit all dem, was sich dann zeigen mag. Oder auch nicht. Was mir dabei hilft? Verschiedene Werkzeuge. Yoga, Meditation und vor allem das Enneagramm. Die Auseinandersetzung damit hat mir vor allem eins sehr deutlich vor Augen gehalten: Was ich nicht bin.

2. Was bedeutet für dich «weibliche Magie»?

Annehmen meines weiblichen Körpers. Meiner weiblichen Weisheit. Meiner Sensibilität, meiner Yin Qualitäten.

  

3. Wie fühlt sich das an, wenn man dem Ruf seiner Seele folgt? 

Richtig. Freudvoll. Kraftvoll. Und gleichzeitig: Verrückt. Ich spüre Angst, denn der Ruf meiner Seele führt mich erst einmal weg von dem, was ich als sicheres Terrain verordnet habe. Ich betrete Neuland. Und mein innerer Kritiker wird laut: „Nein, das kann unmöglich dein Weg sein! Gib’ dich mit dem zufrieden, was du hast.“ Doch wenn ich das mache, dann verwelke ich wie eine ungegossene Blume im heißesten Sommer. Folge ich dem Ruf meiner Seele denn schon voll und ganz? Nein. Aber ich erkenne und spüre immer mehr, dass mir letztlich keine andere Wahl bleibt, da meine Seele und mein Körper sonst rebellieren und ich in eine Lethargie verfalle, in der ich keinen Sinn mehr sehe.

4. Wie schöpfst du Kraft für deinen Weg?

Beim Laufen. Was für andere anstrengend ist, ist für meinen Körper und meinen Geist eine Erholung: Das Joggen durch die Wälder und über die Felder. Schweiß auf meiner Haut. Mich spüren. In den Körper kommen. Auf verschiedenen Wege. Mit Yoga. Oder einer Massage. Oder die Umarmung eines anderen Menschen. Berührung kann mir sehr viel Kraft geben. Kraft und Inspiration schöpfe ich auch, wenn ich von Menschen höre oder lese, die ihren ureigenen Weg schon mutig voran gegangen sind. Oder tollen Podcasts wie dem von Laura Seiler.

  

5. Hast du ein tägliches Ritual, um dich selbst zu nähren und wertzuschätzen?

Der morgendliche Milchkaffee. Mit einem Kleinkind beginnen die Tage nicht ruhig, sondern sofort lebendig. Ab dem ersten Augenaufschlag ist Spielen angesagt. Wenn der kleine Mann dann in der Kita ist, gönne ich mir ganz in Ruhe einen Milchkaffee. So einen richtigen. Mit Koffein und Zucker. Denn zum Thema Selbstliebe gehört für mich mittlerweile auch, dass ich nicht zu rigide bin. Dass ich Dogmen jeglicher Art hinterfrage und einfach mal nicht versuche alles korrekt zu machen. Leider haben wir unseren Leistungsanspruch ja auch auf die Yoga- und Esowelt übertragen: Schon morgens um sechs auf der Matte üben, detoxen, clean essen, am besten roh. Alles im Sinne der Selbstoptimierung. Und leider oft an der Erkenntnis des wahren Selbst vorbei.

6. Was ist deine größte Angst? Was sind deine «magic tools» wenn die Angst kommt?

Nicht geliebt zu werden. Wir alle haben Ängste. Die Angst vor dem Tod ist vielleicht die Angst, die wir als Menschen am offensichtlichsten teilen. Dann gibt es verschiedene Persönlichkeitstypen, denen unterschiedliche Grundängste zu Grunde liegen. Ich bin mir mittlerweile sehr darüber bewusst, dass es die Angst ist, nicht geliebt zu werden. Dass wir uns unserer größten Angst wirklich bewusst werden, sie wahrnehmen und wirklich fühlen, in unserem Herzen, unserem Körper, das ist für mich ein ganz wesentliches Tool im Umgang mit der Angst. Der Angst einen Namen geben und sich ihr stellen. Und Mitgefühl mit dir und deiner größten Angst kultivieren. Denn wenn wir uns auch noch innerlich für unsere Ängste strafen, fühlen wir uns noch schlechter.

7. Was macht eine starke Frau für dich aus? Nenne 3 Frauen, die dich inspirieren.

Ich finde den Begriff ‚stark’ generell schwierig, da er in unserer Gesellschaft mit Attributen assoziiert ist, die uns in eine kritische Richtung treiben. Lieber mag ich den Begriff ‚kraftvoll’. Und noch wichtiger finde ich das Attribut ‚bewusst’. Ganz unabhängig vom Geschlecht macht für mich einen kraftvollen, bewussten Menschen aus, dass er sich seiner innersten Essenz bewusst ist. Dieser Kraftquelle in seinem Inneren, die jedem Menschen, egal ob Mann oder Frau, inne wohnt. Ein Ort, an dem Yin und Yang in Balance sind und wir in tiefem Mitgefühl mit allem um uns herum sein können.

Drei Frauen, die mich inspirieren: Meine Mutter, Oprah Winfrey, Mutter Teresa.

8. Was können wir Frauen der Welt geben?

Leben. Ich denke, dass wir alle der Welt eine ganze Menge geben können, wenn wir bewusst und in unserer Kraft sind. Egal mit welchem Geschlecht wir geboren wurden. Unverkennbar ist jedoch, dass wir als Frauen neues Leben in uns heranwachsen lassen können und es gebären. Weitere menschliche Manifestationen auf diesem Planeten, die wiederum ihre ganz eigene Aufgabe haben.

9. Wie stellst du dir eine weise Frau vor? Beschreibe dich in 30 Jahren. Wer schaut Dir entgegen?

Ich finde es wichtig, dass wir erkennen, dass Weisheit nicht etwas ist, dass wir erst in ferner Zukunft erreichen. Weisheit ist für mich unabhängig von Geschlecht und Alter. Ich habe sehr weise junge Männer kennengelernt und Frauen die auch in der Ruhe des hohen Alters keinen Zugang zu ihrer inneren Weisheit gefunden haben. Wir alle, egal ob Mann oder Frau, tragen eine Weisheit in uns. Wer nicht mit ihr verbunden ist, kann sie zu jederzeit wieder für sich entdecken. Davon bin ich überzeugt!

10. Welche 3 Inspirationen möchtest du anderen Frauen mit auf ihren Weg geben?

  1. Du bist gut und wunderschön ganz genauso, wie du jetzt gerade bist!

  2. Die Welt braucht deine Sanftheit und Verletzlichkeit ebenso wie deine Stärke.

  3. Alle Gefühle haben ihre Berechtigung, sind Teil des menschlichen Seins und wollen gefühlt werden. Auch unsere Ängste, unsere Wut, unsere Traurigkeit.

Danke dass Du Deine Gedanken mit uns teilst!

Daniela Kamala Singhal is a passionate yogini, being raised in the yogic tradition by her indian ancestors. She is a visionary who travelled the world to explore ancient wisdom. As a musician and singer songwriter she pours her story into words and memories, hoping to inspire others to follow the path of transformation. Her main goal is to touch people’s hearts.

www.daniela-singhal.com

Foto: Grit Siwonia

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