
#25 Fanny Heidtmann
Coachin und Wegbegleiterin für Frauen / Wild Moon Woman
Soul Sister Interview von Mai 2026
1. Wer bist du und warum bist du hier?
Ich bin Fanny, Frau im Hauptberuf, obgleich ich das Frausein erst lernen musste. Es hat definitiv gedauert, bis ich mich in meiner Weiblichkeit gefunden hatte, aber dann hat mich alles daran fasziniert. Ich bin Mutter von fünf wunderbaren Jungs, glücklich verheiratet und lebe mit meiner Familie in der Nähe von Lübeck, ganz nah an der Ostsee. Ich bin Coachin, Yogalehrerin und Raumhalterin für Frauen, Mentorin für Breathwork, Meditation und Entspannung und ich bin hier, um zu lieben, um ein volles, tiefes Leben zu leben, und um Frauen an sich selbst und an ihre eigene Kraft zu erinnern. Das ist meine Superpower, glaube ich.
2. Was bedeutet für dich «weibliche Magie»?
Es ist die Alchemie, die aus Dunkelheit Licht spinnt, aus Härte und Trauer, Weichheit und Liebe. Es ist eine Wärme, eine Klarheit, eine Art Berührung, die Fronten und Masken bröckeln lässt. Die alles und alle um sich herum verändern kann. Dabei ist es nichts Manipulatives, es ist viel mehr Wahrheit.
3. Wie fühlt sich das an, wenn man dem Ruf seiner Seele folgt?
Für mich fühlt es sich, immer wieder auf’s Neue, wie ein Erinnern an, ein Weg des Vertrauens, der Hingabe, des Zuhörens. Das bedeutet nicht, dass dieser Weg nicht auch mitunter steinig und beschwerlich ist, aber er führt uns immer wieder zurück nach Hause.
4. Wie schöpfst du Kraft für deinen Weg?
Ich schöpfe extrem viel Kraft durch meine Arbeit, durch meine Familie und Freunde, und vor allem auch aus mir selbst heraus. Aus dieser unerschöpflichen Quelle, die jede und jeder von uns in sich trägt, die immer für uns bereit steht, niemals versiegt. Je mehr wir sie aufsuchen, durch Meditation, Reflektion, durch Kommunikation mit uns selbst, desto präsenter erscheint sie uns. Meine Energie und Vitalität nähren sich durch Ruhe und Verbindung mit mir selbst, durch bewusstes Atmen und Bewegen, durch Schreiben und Reflektieren, durch das Verbinden mit anderen.
5. Hast du ein tägliches Ritual, um dich selbst zu nähren und wertzuschätzen?
Ja, tatsächlich habe ich ganz, ganz viele davon. Ich liebe, liebe, liebe diese kleinen Rituale, die meinen Alltag besonders, die Momente bewusster und magisch machen. Vor allem am Morgen, der mir heilig ist. Ich stehe gerne extra früh dafür auf und brauche zum Beispiel immer an jedem neuen Tag frische Morgenluft. Entweder verweile ich ein paar tiefe Atemzüge lang am geöffneten Fenster, oder ich gehe direkt raus in den Garten und atme den Morgen ein. Dann bekomme ich ganz viel Vorfreude auf den neuen Tag. Darin öffnet sich ein weites Feld von Möglichkeiten, von Freude und Dankbarkeit. Ich trinke keinen Kaffee, schwöre aber auf meine morgendliche Bürstenmassage und kalte Dusche zum Wachwerden. Schlaf ist für mich mit meinen fünf Kindern ein chronisch schwieriges Thema... Ich nehme mir sehr viel Zeit für Körper- und Haarpflege, auch wenn ich morgens immer allein mit den Jungs bin. Ich zünde mir eine Kerze an, ziehe eine Karte, meditiere, bewege mich, finde eine Intention für den Tag. Es sind diese kleinen Akte der Selbstliebe und -fürsorge, die ich so sehr schätze, auf die ich mich immer freue und die mich auch absolut durch den Tag tragen.
6. Was ist deine größte Angst? Was sind deine «magic tools» wenn die Angst kommt?
Ich bin im Grunde meines Wesens kein ängstlicher Mensch. Ich bin oft sehr nachdenklich und fühle viel bis alles, bin aber selten panisch und lasse mich nicht zu Horror-Szenarien oder Ähnlichem hinreißen. Ich habe im Gegenteil ein manchmal fast blauäugiges Urvertrauen in das Leben, glaube ich. Was natürlich nicht heißt, dass dieses noch nie erschüttert worden ist. Wenn es eine Angst gibt, die ich von Zeit zu Zeit schon verspürt habe, dann vielleicht die, nicht intensiv genug zu leben, etwa an Tagen, an denen ich mich nicht so richtig verbunden fühle mit der Welt. Wenn ich aber dann mal wirklich zurückblicke, auf all das Gelebte und Geliebte, auf all die Fülle und Erfahrung, auf alle Höhen und Tiefen meines Lebens, dann bin ich sehr in Freude und Frieden und Dankbarkeit mit diesem Gedanken. Zählt das als magic tool?
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7. Was macht eine starke Frau* für dich aus? Nenne 3 Frauen*, die dich inspirieren.
Eine starke Frau ist eine, die auf ihre innere Stimme vertraut und durch und durch sie selbst ist. Eine, die im Inneren nach Antworten sucht und nicht im Außen, die ihren Bedürfnissen, ihrer Lust, ihrer Intuition, ihrer wilden Natur folgt und diese verkörpert. Die ihren Zyklus nicht als Bürde, sondern als ihren ureigenen Lebensrhythmus ansieht. Eine, die sanft mit sich ist und sich gut um sich selbst kümmert, sich selbst liebt, was oft viel mehr Stärke bedarf als andere zu lieben. Es gibt so viele Herzensfrauen in meinem persönlichen Leben, an die ich bei dieser Frage denke. Jede auf ganz unterschiedliche Weise. Es sind Frauen, deren Energie mich völlig einnimmt, deren innere und äußere Schönheit, deren Klarheit, Mut und Optimismus mich beeindrucken, deren Leidenschaft mich mitreißt, deren Kreativität mich verblüfft, deren Herzlichkeit mich berührt, deren Humor mich zum Lachen bringt, deren Feuer mich ansteckt. Diese Frauen sind keine Berühmtheiten, aber sie stehen auf ganz besonderen Podesten in meinem Leben und bedeuten mir alles.
8. Was können wir der Welt geben?
I mean, wir alle wissen, was die Welt für ein Ort wäre, gäbe es nur noch weibliche Machthaberinnen. Wir können der Welt Frieden geben. Und zwar trotz der gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten. Jede einzelne von uns, egal wie klein der Kontext auch erscheinen mag. Unsere Energie zieht Kreise. Unsere Art zu leben, zu fühlen, zu spüren, zu halten, zu kreieren, zu gebären (nicht nur Babys, aber auch!), zu lieben, zu verstehen, kann im Kleinen ganz Großes bewirken. Davon bin ich fest überzeugt.
9. Wie stellst du dir eine weise Frau vor? Beschreibe dich in 30 Jahren. Wer schaut Dir entgegen?
Ich stelle sie mir als Instanz, als Leuchtturm, als Nucleus vor. Eine Matriarchin, deren Energie absolut anziehend ist. Wenn ich da an mein eigenes Zukunfts-Ich denke, sehe ich mich mitten in der Natur mit langem, vom Wind verwehtem, weißem Haar, voller Falten im Gesicht und Leuchten in den Augen. Ich werde mein höchstes Level an Selbstentfaltung und Erleuchtung erlangt haben, und strahlen vor Freude, Liebe und Dankbarkeit am Leben zu sein. Ich werde zurückgezogen mit meinem Mann irgendwo in der Natur leben und unser Haus wird immer warm und offen für Familie und Freunde sein. Ich werde weiterhin Yoga unterrichten, Räume halten und viel Zeit mit Müßiggang verbringen. Wenn ich bis dahin endlich einen grünen Daumen entwickelt hätte, wäre das ein großes Plus.
10. Welche 3 Inspirationen möchtest du anderen Frauen mit auf ihren Weg geben?
Verschwende keine wertvolle Lebenszeit damit, dich nicht selbst zu lieben. Such dir Unterstützung und Hilfe, wenn es dir schwerfällt, aber übernimm Verantwortung für dich selbst, das ist der erste Schritt. Der erste Liebesbeweis.
Achte und ehre deine Bedürfnisse, egal wie groß, egal wie klein und scheinbar unbedeutend. Übergeh sie nicht einfach, bloß weil du gelernt hast, durchzuhalten, dich zu kontrollieren, dich selbst nicht wichtig zu nehmen.
Und als dritten Punkt, es klingt vielleicht wie ein Klischee, aber: Es ist bereits alles in dir! Du bist bereits vollkommen, du bist nicht im Mangel. All das passiert durch äußere Konditionierung, durch deinen Blickwinkel, aber tief in dir drin bist du stark, ausgeglichen und ungebrochen. Dort liegt deine Fülle. Finde diesen Ort, reise immer wieder dorthin. Beginne, dir selbst zuzuhören und dir und deinem Nervensystem zu schenken, was dir vermeintlich fehlt.
Über Fanny:
Ich bin Coachin und Wegbegleiterin für Frauen, Lehrerin für Yoga, Breathwork, Meditation und Entspannung. Ich liebes es (buchstäblich!) ins kalte Wasser zu springen, bin passionierte Sängerin, tanze für mein Leben gern und bin mit ganzem Herzen Mama von fünf wilden Kerlen.
Mehr über Fanny's Arbeit findest Du hier: www.wildmoonwoman.de/
Danke Fanny, dass Du Deine Gedanken mit uns teilst!
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